
Anlässlich der bevorstehenden Infoveranstaltung der Samtgemeinde Salzhausen über die geplante Erweiterung des Kiesabbaugebietes in den Gemeinden Tangendorf, Wulfsen und Garstedt wurden hier nun ein paar Fragen der Bürger aufgenommen und aufgelistet.
- Welche Gebiete sind betroffen und in welcher Größenordnung?
- Wie soll abgebaut werden; Nass- oder Trockenabbau?
- Warum ein Zeitraum von 50 Jahren?
- Wurden Gutachten erstellt?
- Wie stellt sich die Samtgemeinde zur externen Bestellung von Gutachter?
- Wird die Firma Lütchens zur Zahlung der Gutachten verpflichtet?
- Wurde über Alternativen nachgedacht?
- Wer zeichnet für die Renaturierung verantwortlich?
- Mir ist nicht ganz klar, wieso eine Bürgerinitiative mich informiert und sich für meine Belange und die meines Dorfes einsetzt. Wäre das nicht die Aufgabe des Gemeinderats/der BürgermeisterInnen? Warum ist das nicht so?
- Wenn Gemeinderat und BürgermeisterInnen sich für das Wohl der Gemeinden und seiner Bürger einsetzen bzw. handeln, wie sehen sie dann dieses Wohl? Welche positiven Aspekte kann ein Kiesabbau, so wie er geplant ist, für Gemeinde und BürgerInnen haben?
- Warum sollen BürgerInnen von den BürgermeisterInnen eingeladen werden, um über Renaturierungsmaßnahmen informiert zu werden bzw. mitentscheiden zu können? Fehlt da nicht der erste Schritt, mit den BürgerInnen über den geplanten Kiesabbau und seine Dimensionierung zu diskutieren?
- Apropos Renaturierung: Nach 20 Jahren dürften ja an einigen Stellen schon Maßnahmen zur Wiederherstellung des Ökosystems stattgefunden haben. Wie sehen die wieder aufbereiteten Kies-Abbau-Flächen aus? Gibt es Beispiele? Wo? Kann ich mir die ansehen? Was genau ist da passiert?
- Wie steht die Naturschutzbehörde, die ja die Aue zum schützenswerten Gebiet erklärt hat, zu den Plänen unserer BürgermeisterInnen bzw. der Firma Lütchens? Es kann ja eigentlich nicht sein, dass sie die Zerstörung der Auelandschaft abnicken. Und welchen Einfluss hat sie auf eine Entscheidung? Oder hat ihr Votum kein Gewicht?
- Wer sind die Eigentümer der angegebenen, für den Kiesabbau geplanten Gebiete? Ist es das Land Niedersachsen? Oder sind es Privatmenschen? Wenn ja, wie stehen sie zu den Planungen?
- Warum müssen die Kies-Abbau-Flächen an beiden Seiten der Aue sein? Damit bricht ein ganzes Ökosystem zusammen. Könnte man nicht kleinere Nicht-Wald-Flächen an nur einer Seite und dann als Zug-um-Zug-Maßnahmen planen: Erst wenn ein Bereich komplett und ökologisch sinnvoll wieder aufgeforstet wurde, gibt es die Zusage für ein gleich großes Abbaugebiet. Dann würde nicht das Ökosystem einer ganzen Landschaft komplett auf einmal zerstört.
- Da nach vorliegenden Informationen die bereits bestehenden Abbauressourcen bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind, stellt sich die Frage, warum eine Erweiterung in diesem massiven Umfang erforderlich ist. Dienen diese
- Dem Erhalt des Status quo bzgl. Abbaumenge und für eine langfristige Absicherung?
- Oder ist es geplant, das Abbaugebiet zu verkaufen und es durch die Erweiterung für Käufer attraktiver zu machen?
- Oder ist eine Erhöhung der bisherigen Abbaumengen und damit entsprechende Belastung von Verkehr etc. zu erwarten?
- Wie sieht der Zeitplan aus, wird erst abgebaut und dann renaturiert oder wird sichergestellt, dass bereits abgebaute Flächen bereits jetzt renaturiert werden?
- Zur Renaturierung:
- Bisher gab es an dem bereits abgebauten Stellen keine erkennbaren Renaturierungsmaßnahmen, die vorgestellten (Campingplatz, Solar“See“ oder Minihäuser) dienen rein wirtschaftlichen Zwecken. Wäre es denkbar, eine tatsächliche verbindliche Renaturierung durch Pflanzung neuer Bäume einzugehen?
- Wie sieht der Gelände-Querschnitt aus?
- Wie tief soll abgebaut werden?
- Wird das Grundwasser dadurch abgesenkt?
- Wer stellt sicher, dass die Aue, Pferdebach und der Mühlenteich irreversible nicht trocken gelegt werden?
- Gibt es Konventionalstrafen bei Nichteinhaltung von Renaturierungsmaßnahmen?
- Wie wird verhindert, dass Lütchens an einen Großinvestor verkauft?
- Warum wird jetzt ein Antrag gestellt, wenn die vorhandene Flächen noch nicht ausgeschöpft wurde?
- Wie lange ist die genehmigte Fläche noch abbaubar?
- Inwiefern denkt die Fa. Lütchens über Recycling von Baustoffen nach, um dem Abbau entgegen zu wirken?
- Ist in 50 Jahren weiterhin der Kiesabbau erforderlich, angesichts der technischen Weiterentwicklung? Kann man die zeitlichen Schienen nicht auf 10-20 Jahre ansetzen und somit auch die Flächen entsprechend reduzieren, um auch den zukünftigen Generationen die Entscheidung zu überlassen?
- Garstedt hat Gewerbeeinnahmen durch das Abbaugebiet. Inwiefern profitieren Tangendorf und Wulfsen davon?
- Wie partizipiert Wulfsen an dem Abbaugebiet?
- Wie wirkt sich der Abbau auf die CO2- Bilanz aus?
- Wird man dem Artikel 20a im GG bei einer so langfristigen Planung gerecht? ".... schützt auch in Verantwortung für künftige Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen..."
- Wurde geprüft, ob es im Hinblick auf die Zerstörung der Natur, andere Flächen gibt, die geeigneter sind????
- Wie will man gewährleisten, das angrenzenden FFH Flächen nicht beeinträchtigt werden?
- Wie ist es möglich durch eine Vergrößerung der Kiesabbaufläche den Lebensraum für Wildschwein &Co zu erhalten? Schlimm genug, dass schon immer mehr Rollrasenanbaugebiete entstehen, wo sich auch kein Wildtier mehr aufhalten kann.
- Wir haben 3 aufeinanderfolgende Dürrejahre hinter uns, ein weiteres könnte bevorstehen. Die Wasserreserven der tiefergelegenen Schichten haben sich ausreichend aufgefüllt, d.h. der Klimawandel greift auch hierzulande. Laufen Sie nicht größte Gefahr vor dem Hintergrund des Klimaschutzes mit dem vor kurzem überarbeiteten GG Art. 20a verfassungswidrig zu handeln?
(Zum einen, weil ein Nassabbau wertvolles Grundwasser nach oben zieht, sich bei weiteren Dürresommern giftige Blaualgen bilden können und zusätzlich das kostbare und knappe Grundwasser noch verdunstet? Und zum anderen, weil ein bereits jetzt schon dichtes Heranbaggern an die letzten hiesigen Feuchtgebiete die Gefahr mit sich bringt, dass die Bäche für immer versiegen?) - Gibt es keine anderen Alternativen zu diesen sensiblen Gebieten, müssen wirklich alle drei geplanten Abbaugebiete in der Osterheide und den letzten Senken des Pferdebachs und Aue liegen und damit einen intakten Wald mit seinem CO²-Speicher vernichten und durch das dichte Heranbaggern die letzten Ökosysteme der Artenvielfalt in den Niederungen gefährden?
- Warum gehen die wirtschaftlichen Interessen einer einzigen Familie eigentlich vor den Interessen der Einwohner*innen dreier Gemeinden und dann auch noch auf Kosten der Natur, die unwiederbringlichen Schaden nimmt?
- Die bisher genehmigten Flächen können noch ca. 20-30 Jahre bewirtschaftet werden. Das Unternehmen steht also keinesfalls vor dem Aus. Können Sie in dieser Zeit nicht ihren anderen Zukunftszweig Recycling von Bauschutt weiter ausbauen damit der Kiesabbau hier endlich sein Ende finden kann?
- Welche Rücklagen hat das Unternehmen gebildet, um die alten Gruben zu renaturieren, sind Bankbürgschaften hinterlegt und eingefordert worden?
- Sie haben Nassabbau beantragt. Dadurch entsteht zwangsläufig ein See. Die natürliche Landschaft ist im wahrsten Sinne des Wortes für immer versenkt. Kostbares Grundwasser verdunstet oder im schlimmsten Falle wird es auch noch vergiftet durch Blaualgen. Ist das unter Klimagesichtspunkten denn noch zu verantworten?
- Es besteht eine ernsthafte Sorge, denn wie können Bürger*-innen einem Unternehmen vertrauen, das bereits seit ca. 30 Jahren für seinen Profit sorgt, aber bisher nur zweifelhafte Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt hat? Diesem Unternehmen soll man nun auch noch einen Freifahrschein über zwei Generationen hinweg erteilen, noch mehr folgenschwere Zerstörung an der Natur vornehmen zu dürfen? Welche Zusicherungen können Sie uns geben, dass wir zukünftigen Generationen keinen Schaden zufügen?
- Wer garantiert uns denn, dass wenn das Vorhaben seinen Segen bekommt, Sie nicht morgen verkaufen und wir, unsere Kinder und Enkelkinder über die nächsten 50 Jahre völlig fremdbestimmt sind?
- Was ist meine Immobilie noch wert, wenn das Dorf nur noch von umzäunten Baggerlöchern umgeben ist, deren Zutritt verboten ist und es kaum noch Wald oder Naturstreifen gibt, in denen man sich erholen könnte, oder Tiere Möglichkeiten finden, zu leben?
- Der Grundwasserspiegel sinkt durch weitere Maßnahmen wie Nassabbau zunehmend. Hier leben viele von der Landwirtschaft. Können Sie für die Lebensgrundlage der Bauern dann noch garantieren?
- Wird eigentlich geprüft, ob im Falle des Nassabbaus und des sich bildenden Sees, sich nicht giftige Substanzen aus den unterschiedlichen Erdschichten lösen?
- Welche Käufer oder Abnehmer bedienen Sie eigentlich? Wer garantiert uns, dass der abgebaute Kies nur regional eingesetzt wird und nicht über Umwege ins Ausland geht?
Für weitere Fragen, einfach eine Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden und wir nehmen Eure dann hier mit auf.
Eure Pro Wulfsen
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Reaktion auf Baumfrevel: Initiative spricht sich für Nachpflanzung und Baumpatenschaften aus
Das Jahr 2021 fing nicht gut an für 20 neu gepflanzte Apfelbäume in der Feldmark rundum Wulfsen:
In der Silvesternacht hatten noch unbekannte „Baumfrevler“ leider viele von der Gemeinde bedachtsam ausgesuchten und gepflanzten Apfelbäume schwer beschädigt ( wir berichteten).
Wie andere Wulfsener BürgerInnen reagierten auch die Mitglieder der Bürgerinitiative Pro Wulfsen sehr betroffen und nachdenklich. „Wir hatten uns vorher so gefreut über dieses positive Signal der Gemeinde in Richtung Artenvielfalt, Klimaschutz, Landschaftspflege; und viele SpaziergängerInnen genießen jedes Jahr die blühenden und für alle Früchte bringenden Apfelbäumen um Wulfsen“, so der Tenor. Deswegen möchte Pro Wulfsen den Gemeinderat und den Bürgermeister nach Kräften ideell und wenn nötig finanziell dabei unterstützen, trotz allem neue Bäumchen nachzupflanzen und die vorhandenen Bestände zu pflegen. Gerade in Zeiten von Corona, Klimakrise und Bedrohung der Artenvielfalt müsse ein positives Signal für eine lebenswerte Zukunft gesetzt werden, auch in Wulfsen. Und für einen Zusammenhalt der BürgerInnen zum Wohle des Gemeinwesens gedankenloser Baumfrevel hin oder her . Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen“ dieser (wohl fälschlicherweise Luther zugesprochene) Weisheits-Spruch könne auch mit Blick auf andere Rückschläge und Schwierigkeiten derzeit ein hilfreicher Anker sein für individuelles und
gemeinschaftliches bürgerschaftliches Handeln.
Die InitiatorInnen von Pro Wulfsen denken auch daran, dass interessierte BürgerInnen sogenannte Baumpatenschaften für die Apfelbäume übernehmen könnten. Vielleicht auch eine Gelegenheit für etwaig reumütige Baumfrevler, etwas wieder gut zu machen … Jedenfalls: alle interessierten WulfsenerInnen können sich dazu melden bei Pro Wulfsen über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Für jene MitbürgerInnen, die noch wenig über Pro Wulfsen wissen: es handelt sich um eine überparteiliche, unabhängige Initiative, die das bürgerschaftliche Engagement und den demokratischen Zusammenhalt in Wulfsen erhalten und stärken will. In diesem Jahr wollen sich die Mitglieder unter anderem stark machen dafür, dass sich genügend Nachwuchs für den neu zu wählenden Gemeinderat findet. Dazu sind demnächst Online und wenn wieder möglich auch Live Informationsveranstaltungen geplant, bei denen scheidende Kommunalpolitiker, der amtierende Bürgermeister und Vertreter der Samtgemeinde mit Informationen und ihrem Erfahrungsberichten BürgerInnen Mut machen wollen, sich vor Ort als Gemeinderatsmitglieder zu engagieren. Eine Einladung dazu werden demnächst alle BürgerInnen von Wulfsen in ihren Briefkästen finden.
Das Wochenblatt berichtete:
Dem Baumfrevel Paroli bieten: Bürgerinitiative "Pro Wulfsen" engagiert sich nach Baumfrevel für Neupflanzungen - Salzhausen (kreiszeitung-wochenblatt.de)

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Hier entsteht die Informationsseite für die Bürgerinitiative "Pro Wulfsen".
Diese Seite befindet sich noch im Aufbau, vorab ein paar wichtige Informationen.
Pro Wulfsen ist ein Zusammenschluss von Bürger*innen der Gemeinde Wulfsen.
Wulfsen gehört der niedersächsischen Samtgemeinde Salzhausen an.
Pro Wulfsen will das soziale Miteinander in Wulfsen fördern mit dem Ziel, dass die
Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, jeder Herkunft und jeder Schicht mehr miteinander
ins Gespräch kommen und die Kommunikation mit der Kommunalpolitik gestärkt wird.
Durch den entstehenden Dialog will Pro Wulfsen zum einen die Demokratie fördern und
stärken und zum anderen Menschen, die sich eventuell am Rande der Gesellschaft fühlen,
wieder mehr in die Mitte holen.
Weitere Informationen können unter der Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! abgefragt werden.
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